Beratung für gesundheitsbezogene Studiengänge / Standort: Gesundheitscampus Göttingen

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert sechs Projekte, mit denen die Öffnung der Hochschulen weiter vorangetrieben wird – darunter das Projekt „NeSt – Network for Studying Health and Care“ der HAWK und der Ländlichen Erwachsenenbildung LEB in Göttingen. Der Schwerpunkt der zweiten Bewilligungsrunde des Landesprogramms liegt bei Projekten und Maßnahmen für Menschen, die ihren (Aus-) Bildungsabschluss im Ausland erworben haben.

Das HAWK-Projekt „NeSt“ unterstützt Geflüchtete und Menschen mit Zuwanderungsbiographien beim Weg zu gesundheitsbezogenen Studiengängen durch die Entwicklung zielgruppenorientierter Informations- bzw. Beratungsangebote sowie durch die Vernetzung bereits vorhandener Qualifizierungs- und Beratungsangebote in der Region Südniedersachsen. Es wird auf dem Gesundheitscampus Göttingen angesiedelt. Der Gesundheitscampus ist ein Vorhaben von HAWK und Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

„Viele Flüchtlinge streben in medizinische Studiengänge, in denen es aber nur geringe Aufnahmekapazitäten für Menschen aus dem Ausland gibt. Das ist eine zentrale Erfahrung in unseren Beratungsgesprächen im Projekt HAWK open. Mit ‚NeSt‘ wollen wir den Geflüchteten zeigen, dass es im Gesundheitsbereich aber auch viele Alternativen gibt“, sagt Dr. Frauke Drewes von HAWK open, die das Vorhaben unter der Leitung von HAWK-Vizepräsidentin Prof. Dr. Annette Probst und in enger Zusammenarbeit mit der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB), Regionalbüro Göttingen, konzipiert hat.

Der Gesundheitscampus Göttingen ist im vergangenen Jahr mit den Studiengängen Pflege, dual, (B. Sc.) und Therapiewissenschaften Logopädie und Physiotherapie, dual, (B. Sc.) gestartet. Insgesamt sollen bis zum Wintersemester 2021/2022 vier Bachelor- und drei Masterstudiengänge angeboten werden: Versorgungsmanagement (B. A.), Pflege, Mediziningenieurwesen, Therapiewissenschaften (alle B. Sc. und M. Sc.). Ziel ist es, insgesamt 520 Studienplätze zu besetzen. „Wir vermitteln bei unserer Beratungstätigkeit aber selbstverständlich auch an andere Hochschulen, die Angebote in diesem Bereich haben“, betont Projektkoordinator Carsten Rumbke.

„Wer aber im Bereich Südniedersachsen seine neue Heimat finden will“, betont Vizepräsidentin Prof. Dr. Annette Probst, „kann hier langfristige berufliche wie persönliche Perspektiven in der Region entwickeln, die an vorhandene Kompetenzen und Erfahrungen anknüpfen.“ Ebenso werde Fachwissen an die Region gebunden und vor Ort eine hochwertige Gesundheitsversorgung unterstützt, so Probst.

In drei Phasen beinhaltet „NeSt“ mehrere Komponenten und bezieht regionale Institutionen ein. In Phase I werden Kooperationen auf- und ausgebaut, Informationen zu aktuell bestehenden Beratungs- und Qualifizierungsangeboten verschiedener Einrichtungen zusammengetragen und diese in zielgruppengerechtem Informationsmaterial zusammengestellt.

In Phase II erfolgen auf dieser Grundlage regional verortete Angebote zur Information, Beratung und Potenzialanalysen im Gesundheitsbereich. Gleichzeitig werden geeignete Studieninteressierte fallbezogen und umfassend bei ihrer Vorbereitung auf das Studium begleitet. Nach erfolgreicher Vorbereitung der ersten Kohorte wird diese geschult, um die folgenden Teilnehmer/innen als Mentor/innen zu unterstützen.

Phase III beinhaltet die Sicherung und Verstetigung der Maßnahmen zur nachhaltigen Implementierung sowie die Evaluierung und Dokumentation der Ergebnisse.

Niedersachsen stellt in der zweiten Auswahlrunde des Programms „Öffnung der Hochschulen“ insgesamt rund eine Million Euro zur Verfügung. Die Förderung setzt sich zusammen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und zusätzlichen Landesmitteln. Die antragstellenden Einrichtungen steuern insgesamt selbst noch einmal rund 340.000 Euro bei. Das HAWK-Projekt „NeSt“ wird mit insgesamt 162.000 Euro gefördert, der Eigenanteil der Hochschule beträgt 86.000 Euro.